Unabhängige UL-WiR Kandidaten & Kandidatinnen
Wir bringen unterschiedliche Perspektiven mit, aber was uns eint, sind kritische Sacharbeit, zielgerichtete Mitbestimmung und echte Verbindung zu den Kolleginnen und Kollegen in Schulen.
Katja Giesler
Grundschullehrerin
Ich bin Katja Giesler, Grundschullehrerin in Klarenthal – und ich mache diesen Job, weil ich ihn liebe. Seit 2009 stehe ich vor Grundschulklassen und habe in dieser Zeit erlebt, wie sich unser Bildungssystem grundlegend verändert hat. Inklusion, Ganztag, immer vielfältigere Klassenstrukturen – das sind Entwicklungen, die ich mitgetragen und mitgestaltet habe.
Aber ich habe auch erlebt, dass diese Veränderungen selten mit den nötigen Ressourcen und der notwendigen Unterstützung begleitet wurden. Die Anforderungen sind gewachsen – die Bedingungen sind leider oft nicht mitgewachsen.
Meine Schule in Klarenthal steht exemplarisch für das, was viele Kolleginnen und Kollegen täglich erleben: ein Alltag voller hoher Belastungen, der irgendwann nicht mehr einfach hingenommen werden kann. Deshalb habe ich die Initiative ergriffen und die Überlastungsanzeige der 41 von 66 Grundschulen ins Leben gerufen. Das war kein leichter Schritt – aber ein notwendiger. Denn wenn niemand ausspricht, was wirklich los ist, ändert sich nichts.
Mein Anliegen ist es, meinen Kolleginnen und Kollegen Gehör zu verschaffen und das Thema Bildung dort hinzutragen, wo Entscheidungen getroffen werden – in die Öffentlichkeit, in die Gremien, in die Köpfe derer, die Verantwortung tragen.
Als örtliche Personalrätin und Mitglied des Gesamtpersonalrats Schule bin ich seit Jahren im ständigen Austausch mit Schulen und Lehrkräften in der Region. Ich höre zu, ich frage nach und ich nehme mit, was mir anvertraut wird. Genau aus diesen Gesprächen schöpfe ich meine Motivation, immer wieder aufzustehen und für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen – für die Lehrkräfte, aber schlussendlich immer auch für die Kinder. Denn wer gut arbeiten kann, kann auch gut unterrichten.
René Prokop
Berufsschullehrer
Ich kandidiere für die UL-WiR, weil eine starke Interessenvertretung im Schulbereich frei von politischen Vorgaben sein muss. Für mich zählt im Personalrat ausschließlich das sachliche Argument und das Wohl der Kolleginnen und Kollegen – direkt, ehrlich und unabhängig.
Als Lehrer an einer technischen Berufsschule kenne ich die spezifischen Herausforderungen im berufsbildenden Bereich aus dem täglichen Erleben: von den Anforderungen der Digitalisierung und Werkstattausstattung bis hin zur Balance zwischen Theorie und Praxis.
Durch meine langjährige Erfahrung im Schulpersonalrat und Mitglied im Hauptpersonalrat weiß ich, wie man dicke Bretter bohrt, Rechte wirksam vertritt und gleichzeitig konstruktive Lösungen findet.
Ich möchte meine Erfahrung einbringen, um für faire Arbeitsbedingungen, verlässliche Entlastungen und einen starken Rückhalt für jede Lehrkraft an unseren Schulen zu sorgen.
Mitmachen, gestalten und Verantwortung übernehmen – dafür trete ich an.
CHristina RUmrich
Förderschullehrerin
Mein Name ist Christina Rumrich. Ich arbeite seit vielen Jahren engagiert und mit viel Freude als Sonderpädagogin und habe dabei in verschiedenen Settings gearbeitet.
Viele Jahre unterrichtete ich an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, bevor ich etliche Jahre die Arbeit im BFZ, also inklusiven Unterricht, kennenlernen durfte.
Heute arbeite ich an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
Aus meiner Arbeit als ehemalige örtliche Personalrätin und aus vielen heutigen kollegialen Gesprächen weiß ich, wie belastend unser Berufsfeld ist. Die sich stetig verändernden Arbeitsbedingungen und das sich massiv verändernde Schülerklientel, bringt uns Lehrkräfte oft an unsere Belastungsgrenzen.
Oftmals gibt es nicht einmal ein vertrauensvolles Gesprächssetting, in dem man sich über Sorgen und Nöte austauschen kann.
Aus dieser Motivation heraus stelle ich mich zur Wahl, da es mein Anliegen ist, für alle Kolleginnen und Kollegen eine Ansprechpartnerin zu sein, um im gemeinsamen Austausch eine passende Lösung für Eure Anliegen zu finden.
Ulrike Spruch
Gymnasiallehrerin
Ich kandidiere für den Gesamtpersonalrat als Gymnasiallehrerin in Teilzeit und als Mutter einer 11-jährigen Tochter, die ein Gymnasium in Wiesbaden besucht. Schule erlebe ich daher nicht nur aus professioneller Perspektive, sondern auch täglich als Mutter.
Ich unterrichte seit 13 Jahren an der Pestalozzischule in Idstein, einem Gymnasium mit dem Status der Selbstständigen Schule, und bin dort Personalrätin.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für mich als Mutter im Wechselmodell kein abstraktes Thema, sondern eine konkrete Herausforderung, die verlässliche Rahmenbedingungen erfordert.
Alle Schulformen stehen vor individuellen Herausforderungen, zugleich verbindet uns der gemeinsame Auftrag, alle jungen Menschen bestmöglich zu fördern. Das gelingt am besten durch Austausch und Kooperation. Deshalb setze ich mich dafür ein, die Belange aller Schulformen im Blick zu behalten und die Zusammenarbeit zu stärken.
Wichtig ist mir die Unterstützung aller Beschäftigungsgruppen. Angestellte Lehrkräfte sind keine Randgruppe, sondern ein unverzichtbarer Teil der Kollegien. Ihre Interessen müssen gleichberechtigt vertreten werden.
Im Gesamtpersonalrat möchte ich mich deshalb für faire Arbeitsbedingungen, realistische Belastungssteuerung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen – schulformübergreifend, gleichberechtigt und praxisnah.
Maja Mikulic
DaZ-Lehrerin
Mein Name ist Maja Mikulic. Seit 2015 unterrichte ich an der Kerschensteinerschule in Wiesbaden und bin in diversen Schulformen eingesetzt. Für mich ist Berufsschule mehr als Vermittlung in die Ausbildung. Es ist das Begleiten und Unterstützen von jungen Erwachsenen, das im Vordergrund stehen sollte. Doch unser Alltag rückt diese Aufgabe, die für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung unabdingbar ist, leider immer wieder in den Hintergrund. Statt zu verwalten, sollten wir wieder mehr unterrichten.
Ich möchte dafür mich engagieren, dass wir uns als Kolleginnen und Kollegen gemeinsam dafür einsetzen, dass die Belastungsgrenze kein Dauerzustand ist.
Besonders Angestellte haben nochmal erschwerte Bedingungen. Sei es die Angst, den nächsten Vertrag nicht verlängert zu bekommen, oder die schlechtere Bezahlung für die gleiche Arbeit. Der Druck ist ständig omnipräsent.
Dazu begegnen wir in unserem Alltag immer mehr Jugendlichen, die einfach überfordert sind. Sei es durch den gesellschaftlichen Wandel oder aufgrund persönlicher Sorgen. Wenn wir aber keine Kraft mehr haben, können wir auch nicht unseren Schülerinnen und Schülern den Rücken stärken.
Deshalb möchte ich mich dafür einsetzen, dass unsere Arbeit wieder wertgeschätzt wird!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn man eine der wichtigsten gesellschaftlichen Säulen kürzt, stürzt bald das ganze Haus ein!